Donnerstag, 30. Oktober 2025

"Ihr Gesprächspartner ist zur Zeit nicht erreichbar"

Das könnte bedeuten, dass mein Gesprächspartner tatsächlich joggen gegangen ist. Das hatte er angedeutet. Ich habe kein wichtiges Anliegen, ich wollte den Hausmann lediglich zu einem kleinen Kaffee einladen. Auch Amaretti morbidi hätte ich herausgerückt, hätte ihm beim Verspeisen zugeschaut und dabei mit einem leichten Anflug von Neid gekämpft (der hat's gut, der kann essen, was er will, dicker wird er auch nicht usw. usw.). Das ist mir ja nun erspart geblieben.

Dienstag, 28. Oktober 2025

Wach um 6

Draußen ist es noch dunkel. Es dauert fast eine Stunde, bis zarte rosafarbene Wolken am Himmel erscheinen. Noch eine Stunde später fängt es an zu regnen – genau wie vorhergesagt. Schön, wenn sich wenigstens das Wetter an Prognosen hält. Mein Körper sollte das auch tun und nach dem ersten Kaffee aufwachen. Hallo? Jemand zu Hause?

Sonntag, 26. Oktober 2025

Was für ein Tag.

Ich bin müde und ein wenig gereizt. An Sturm und Regen liegt es nicht. Ich mag es, wenn der Wind an Planen und Fenstern rüttelt, wenn er Äste an der Hauswand entlangschiebt. Auch den Regen schiebt er vor sich her, das Laub wirbelt er durch die Gegend. Und ich habe wirklich keinen Grund, nach draußen zu gehen. Herrlich. Dann mache ich es mir gemütlich, koche Kaffee, nasche die vom Essen gestern Abend übriggebliebene Kokos-Limetten-Creme, male mir zukünftige Mahlzeiten aus. So weit so gut.  

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Seit Montag sitze ich mit Hilfe von ChatGPT am alten Thema

Rettung meiner Texte von der ehemaligen Wordpress-Seite. Stunde um Stunde. Tag für Tag. Und ich verstehe nur selten, was ich warum anklicke, einfüge, aktualisiere. So ist es, wenn da jemand "einfach nur schreiben" will. Unzählige Mails an Strato mit der Bitte, mir SFTP freizugeben. Immer wieder neue Versuche, eine Verbindung zwischen Strato und WinSCP herzustellen. Immer dieselbe Information. Der Server verhindert...

Montag, 20. Oktober 2025

Was ich von hier aus hören kann

Die Kühe, die hinten auf der Wiese stehen. Es klingt, als würden sie sich beschweren. Hey. Wo bleibt das Futter? Ab und zu Gänsegeschrei. Auch die ersehnten Kranichlaute höre ich gelegentlich, aber ich habe es immer noch nicht geschafft, ein neues Short zu machen. Gestern hätte es klappen können, ein größerer Zug kreiste niedriger als sonst, aber ich draußen, das Smartphone drinnen. Kein neues Phänomen.  

Sonntag, 19. Oktober 2025

In der reifbedeckten Wiese hüpft ein Reh

Das waren heute Nacht die ersten Minusgrade, wenn ich mich richtig erinnere. Aber die Sonne schmilzt die winzigen Eisablagerungen auf Gräsern und Blättern in Windeseile. Ich liebe diese Morgenstimmung. Eine Meise lugt zu mir herein. Andere flattern zwischen Wilder Rose, Sanddorn und Feige hin und her. Einzelne Vögel kommen auch immer wieder an mein Fenster. Wann gibt es endlich Knödel? Wenn die Feigen geerntet sind, ihr Schnuckies. In ein oder zwei Wochen also. 

Freitag, 17. Oktober 2025

Im Nachthemd zum Kompost

Auf dem Weg dorthin begegne ich Herrn S., der seinen Bauwagen noch nicht endgültig winterfest gemacht hat. Er bräuchte zwei südlichere Tage. Wir erörtern kurz die Lage. In der Nacht von Samstag auf Sonntag soll es Frost geben. Aber nächste Woche Dienstag und Mittwoch könnte es was werden. Obwohl der Trend eher milde Regentage anzeigt. Der Zwölferlauf von gestern. Die Ensembles. 

Mittwoch, 15. Oktober 2025

Meise am Morgen

Vertreibt alle Sorgen. Allerdings hatte ich keine, das kann erwähnt werden. Ich saß ja noch im Bette beim ersten Kaffee, tippte gerade eine Nachricht ins Smartphone. Da ging im Flur das Licht an und eine bekannte Stimme sagte "Achtung". So kündigt der Hausmann stets seinen Besuch an. Aha, er will sich wiegen, dachte ich. Aber nein. Er wollte mir die kleine Meise zeigen, die sich durch die schmale Öffnung beim gekippten Fenster in seine Maisonette verirrt hatte. 

Montag, 13. Oktober 2025

Immer wieder höre und sehe ich Kraniche

Was haben sie gestern Abend für einen Rabatz gemacht. Die ersten habe ich auf der Heimfahrt entdeckt, irgendwo zwischen Paulinenaue und Friesack standen Hunderte auf einer Wiese. Der Hausmann, dem ich in den beiden letzten Tagen in Berlin Asyl geboten hatte, saß neben mir im Bus und schlief. Die Füße auf dem Sitz gegenüber. Zuvor hatten wir herumgewitzelt. Von wegen, die alten Leute machen es sich bequem. Was kein Problem ist, wenn der Bus fast leer unterwegs ist. 


 

Samstag, 11. Oktober 2025

Der See glitzert vor mir in der Sonne

Das Schilf wiegt sich sanft. Der Wind rauscht durch die Bäume. Eine Wespe setzt sich auf meinen Daumen. Das Fräulein liegt mir zu Füßen und beobachtet das bunte Treiben. Am Wochenende ist ja immer was los. 

Donnerstag, 9. Oktober 2025

Die Blätter fallen

Ich laufe durch Laub in allen Zwischentönen von Gelb, Braun und Grün. Am See knistert es schon leise unter den Füßen. Das Fräulein schnuppert ungerührt ob des zischenden Schwans an der Wassergrenze herum. Du kannst mir gar nichts. Wenn sie sich da mal nicht irrt. Aber der Schwan ist nicht auf Krawall gebürstet, der schwimmt ein Stück zurück. Der Klügere gibt nach. 

Dienstag, 7. Oktober 2025


 

Das sei schon eine Hausnummer,

was die Hauptläufe da berechnen, sagte Kai Zorn gestern in seinem morgendlichen Video. Seit eine Freundin mir den Kanal empfohlen hat, höre ich mir mit Vergnügen Prognosen und Wetterberichte an. Es wird keine Panik verbreitet, sondern solide gearbeitet. Da werden Modelle, Ensembles verglichen, die Inversionslage wird mitgedacht - die Rechner können das nicht, die verstehen keine Worte, nur Zahlen - und wer dann noch Lust hat, kann sich Statistiken anschauen - 1880 bis heute - und anfangen, selber zu denken. 

Sonntag, 5. Oktober 2025

Graureiher


 

Das Fräulein liegt unter dem Tisch

Ab und zu schnauft und zuckt sie im Schlaf - vielleicht erinnert sie sich an das Toben gestern auf der Bolzwiese. Was sie mit den beiden anderen gerannt ist. Manchmal zogen zwei am selben Stöckchen, bis eine/r aufgab und das Stöckchen sausen ließ. Auch für die Menschen ein Vergnügen. Wir sind glücklich, wenn unsere Hunde es sind. Gilt auch für Hunde auf Zeit.

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Auf der gegenüberliegenden Seeseite

steht ein Graureiher am Ufer und schaut sinnend auf die Wasseroberfläche. Ein Hund kläfft. Das Fräulein geht bis zur Schulter ins Wasser, danach beschnüffelt und betrachtet sie sehr interessiert ihre direkte Umgebung. Sie liebt Wasser. Sie liebt es, die Wasservögel zu beobachten. Und mir macht es Freude, ihr dabei zuzusehen. Auf einem Baumstamm oder einer Bank sitzend. Sonne wäre nicht schlecht, aber Sonne haben wir gerade nicht. 

Am Schlachtensee